"We own the Night!" – Oder "Wie sich Joshly am besten quält!

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(c) P. Lange

Der „We own the Night“ Lauf ist ein reiner Frauenlauf, der von Nike organisiert wurde.
Im Vorfeld hat es immer wieder besondere Events gegeben, so wie den Nike Kick Off Run im Februar (von dem habe ich bisher leider noch gar nicht berichtet). Außerdem gab es innerhalb der Woche sogenannte Trainer Runs in denen man je nach Trainingsstand zusammen laufen konnte. Man konnte sich hier Schuhe ausleihen und an einem Termin haben die Teilnehmer sogar ein T-Shirt bekommen.

Der Lauf kostete 20€, für Mitglieder des Club der Töchter glücklicherweise nur 10€.
Man hatte 2 Wochen Zeit das RacePack abzuholen, das sich wirklich sehen lassen konnte. Es gab ein T-Shirt, einen Turnbeutel, Gutscheine für Drive Now und MyMüsli, eine kleine Flasche Wasser mit Geschmack und einen Beutel voller Make-Up von Nyx Cosmetics. Dieser enthielt, eine Liedschattenpalette mit 12!Farben, einen schwarzen Glitzerkajal, einen lilanen Nagellack und einen Lippenstift.

Informationen gab es vorher nur spärlich, erst mit Abholung des Racepacks erfuhren wir, dass der Start um 21 Uhr sein würde. Die Strecke wurde ca 3 Wochen vorher per Facebook veröffentlicht. 
Um in Stimmung zu kommen nutze ich einfach mal den lila Nagellack. Eigentlich trage ich nie welchen, aber na ja es war schließlich ein Frauenlauf, da kann man sich ja mal aufbretzeln. 
Ich benutze auch das neue Make-Up…nur doof das ich den Kajal nicht vertrug und den Rest des Abends mit tränenden Augen lief.
Los gings für mich am Freitag um 7. Ich fuhr Richtung Friedrich-Ludwig-Jahn Stadion. Hier war alles supergut zu finden und wir kamen ohne Probleme ins Race Village. Hier waren verschiedene Stände aufgebaut, man konnte sich schminken lassen, es gab Frozen Yoghurt und allerlei andere Leckereien. Man konnte Fotos an sogenannte Foto Booths machen lassen und hier war auch die Kleiderabgabe. 
Toiletten waren leider zu wenig vorhanden, da die Schlange wirklich ellenlang war. 
Die Kleiderabgabe war auch gut zu finden und ordentlich organisiert. 
Vor dem Start fand wieder ein kleines Warm-Up statt, welches ich gekonnt ignorierte:-) So aber dann gings auch schon auf die Strecke. Die Stimmung war wie im letzten Jahr sehr gut. Dieses Mal durften auch Männer an die Strecke und so waren viele zum Anfeuern gekommen. 
(c) Nike Running
So damit hört auch alles Gute auf was ich über diesen Lauf sagen kann. 
Ich hatte leider von Anfang an Seitenstiche und lief daher langsam los. Meine 2 Mädels verlor ich schon am Start. Bei km 3 kam uns schon die führende entgegen…auf dem selben Weg… Das war ein kleiner Waldweg. Wir wurden dadurch gezwungen halb im Gebüsch zu laufen….Da sank meine Stimmung. Ich blieb stehen und ließ die Massen ziehen! Als ich wieder los lief war es glücklicherweise etwas leerer. Leider musste ich immer wieder Gehpausen einlegen. Es war einfach auf fast der gesamten Strecke viel zu eng. Die Stellen, die nicht zu eng waren, hatten dafür Kopfsteinpflaster und riesen Schlaglöcher. 
Auf der Strecke gab es Stellen die bunt beleuchtet waren und mit Musik beschallt wurden. Das war ganz nett. Bei km 7 wurde dann im Ernst mein Lied gespielt (man konnte sich vorher Lieder wünschen und ich hatte wohl Glück). Ich hatte mir Summer of 69 von Bryan Adams gewünscht. Da ich vorher sowieso schon mehr gegangen als gelaufen bin, blieb ich stehen, stellte das Lied auf meinem MP3 Player auf Dauerschleife und probierte wenigstens halbwegs gut zu Ende zu laufen.
Nun ja ich glaub ich hab mich noch nie so gequält wie gestern. Ich schätze ich hab vorher zu viel gegessen. Aber wer weiß ob es wirklich daran lag. Ich habe mich ja auf der Strecke tausendmal gefragt wieso ich mir so einen Dreck antue…Meine Splits sehen natürlich auch dementsprechend aus. Spaß hatte ich so gut wie keinen bei diesem Lauf.
Negativ anzumerken ist auch die fast fehlende Streckenabsperrung. Ich wäre beinah an der Wasserstation vorbei gelaufen, hab dann aber nochmal kehrt gemacht und mir was geholt. Die eigentliche Station war nämlich auf der Straße, gelaufen bin ich aber auf dem Gehweg, weil da wenigstens kein Kopfsteinpflaster war.
Kurz vor dem Ziel kam dann noch ein ziemlich krasser Anstieg, den ich aber zum Glück halbwegs gut überstand. Ich war noch nie so erleichtert als endlich das Ziel vor mir auftauchte. 
Ab jetzt wurde es aber noch unorganisierter. Durch den normalen Eingang wurden wir nicht mehr ins RaceVillage gelassen, weil hier zu viele Leute rauswollten. Es hieß: „2x rechts um die Ecke und da kommt ihr rein!“. 10 min laufen später stand ich dann an einem Tor wo genau eine Tür auf war. Hier passten 2 Leute nebeneinander durch. Viele wollten aber das Gelände verlassen. Wir Läuferinnen froren uns aber inzwischen den Hintern ab. Die Stimmung sank…am Ende kletterten die Leute über den Zaun!!
(c) P. Lange
15min stand ich hier und probierte ins Village zu kommen… Sry aber sowas geht einfach gar nicht. Wie hat diese Planung ueberhaupt eine Genehmigung bekommen??
Im Race Village selbst war dann wieder alles relativ entspannt. Ich kam schnell an meinen Kleiderbeutel und erst hier gab es Wasser und Kokosnusswasser für uns. Bis dahin war ich leider halb verdurstet. Meine Medaille hatte ich da aber immer noch nicht. Durchgesagt wurde jetzt das es die auch erst in der Max-Schmeling-Halle geben würde. 
Miss Platinum sollte hier ab 22.30Uhr noch ein Konzert geben. Toll, wollte da eigentlich nicht hin, aber nu musste ich wohl.
Meine eine Freundin schrieb mir, dass sie ohne Medaille gegangen war und die andere simste mir, weil kein Telefonanruf durch ging. Wir fanden uns dann glücklicherweise am Froyostand…Die Hälfte meiner Toppings fiel übrigens in den Dreck…aber passte zur allgemeinen Stimmung des Abends.
Wir beschlossen noch schnell unsere Medaille zu holen und dann zu gehen. Glücklicherweise gab’s dann doch noch welche außerhalb der Max-Schmeling-Halle und ich griff gleich 2, damit meine andere Freundin auch noch eine bekam. 
Insgesamt waren wir total schockiert von der Organisation dieses Laufes. Die Idee dahinter ist wirklich sehr gut, aber die Umsetzung ging einfach gar nicht. Das war einfach nur richtig gefährlich und hat keinen Spaß mehr gemacht….
Von einem so großen Anbieter wie Nike hätte ich wirklich mehr erwartet.
Wenigstens war die Medaille hübsch:
Hier noch ein paar Bilder vom Konzert:
(c) P.Lange
(c) N. Wo
(c) P. Lange
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6 Antworten

  1. […] We own the night […]

  2. Laufwelt
    | Antworten

    Bei mir bleibt nach diesem Lauf auch ein negativer Geschmack … Fand die Streckenqualität auch nicht so toll und das Chaos nach dem Zieleinlauf möchte ich gar nicht erwähnen … Im Gegensatz dazu ging es ja beim Avon-Frauenlauf im Tiergarten richtig gesittet zu :-) Hier mein Bericht: http://laufwelt.wordpress.com/2014/06/01/nike-frauenlauf-berlin-2014/

  3. Mecky Caro
    | Antworten

    Wie doof…! Wenn ich das so lese, bin ich ja fast froh, dass ich nicht extra nach Berlin gereist bin! Ich wünsche dir eine gute Regeneration :)

  4. Din
    | Antworten

    Liebe Joshly,

    erst einmal Glückwunsch, dass du unter diesen Umständen überhaupt das Ziel erreicht hast. Schade, dass es so durcheinander bei euch zu ging. Leider haben wir uns gar nicht gesehen, aber bei den Massen wohl auch kein Wunder. Bei uns ging es alles noch einigermaßen gesittet zu. Aber ich kam auch beim zweiten Mal nicht mehr ins Village. Wir mussten dann eine ganze Weile uns draußen die Zeit vertreiben.

  5. Markus
    | Antworten

    Ohje, hörte sich ja im Vorfeld echt richtig gut an. Bis es dann eben zum Lauftag kommt. Manch einer setzt eben nur auf seinen Namen und leistet dafür dann nix mehr. Aber vielleicht werden auch die es irgendwann merken :)

  6. Carola
    | Antworten

    Oh man, wenn ich das so lese, war es eine gute Entscheidung, auf diesen einen Lauf mal zu verzichten. Das Race Package finde ich ja attraktiv, aber ich glaub, man muss auch nicht alles laufen.
    Hut ab, dass Du da durchgehalten hast. Und gefinishte Läuferinnen so einem Chaos auszusetzen, geht gar nicht…

    Freu Dich lieber auf morgen 😉
    Lieben Gruß
    Caro

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